🫡, liebe Cruncher!
Willkommen im neuen Jahr – und zwar vor allem an die deutschen Sparkassen, die Ferchichis und, perdona, an alle Venezolaner. Ganz schön was los, oder? Aber der Reihe nach:
👉 Beim Einbruch in die Sparkassen-Filiale Gelsenkirchen-Buer sind möglicherweise Wertgegenstände im Wert von +€100 Mio. entwendet worden – auch in Filialen in Bonn und in Halle (Westfalen) wurden Sparkassen-Schließfächer aufgebrochen.
👉 Bushido, seine Frau Anna-Maria Ferchichi und deren sieben Kinder leben eigentlich in Dubai und sind eigentlich auch getrennt (?) – haben jetzt aber ein zweites Zuhause im Münchner Süden gefunden, und zwar in dieser €33-Mio.-Villa
👉 Und was es mit der innovativen US-Rohstoff-Onshoring-Strategie namens Völkerrechtsbruch auf sich hat, das lest ihr unten.

Roland Lindenblatt, Lead Editor marketscrunch ([email protected])

Jonathan E. Klein, Associate Editor marketscrunch ([email protected])
Before The Bell
Agenda 260105
🇺🇸: ISM-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (Dezember)
🇯🇵: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe (Dezember, endgültig)
Top Story: Venezolanisches Öl für US-Multis? Ganz so einfach wird's nicht

Die venezolanische Raffinerie El Palito – bald Milliarden-Einnahmen für US-Ölkonzerne? (Foto: IMAGO / ZUMA Presswire)
Was ist passiert: Nach der Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro durch die USA und dem angestrebten Regime Change im Land versucht US-Präsident Donald Trump gar nicht erst, sein Begehren nach Venezuelas Bodenschätzen zu verstecken 🛢️
Key Quote: “Wir werden unsere großen Öl-Konzerne (…) dort reingehen lassen, Milliarden von Dollar investieren, die marode Öl-Infrastruktur reparieren und Geld machen, das dem Land zugutekommen wird”, das sagte Trump am Samstag gegenüber (you guessed it) Fox News
Key Question: Alle völkerrechtlichen (😶🌫️) und geopolitischen (Xi Jingping und Putin werden sich den US-Öl-Imperialismus sehr genau anschauen, die Sorgen Taiwans und der Ukraine wohl noch größer geworden sein) Aspekte außen vor – ergibt es für die US-Ölkonzerne überhaupt Sinn, massenhaft venezolanisches Öl zu fördern?
Die Details: Venezuela besitzt mit etwa 300 Mrd. Barrel Rohöl (Cruncher wissen: Das entspricht 48.000 Mrd. Liter) die größten Ölreserven der Welt – doch Korruption, US-Sanktionen und Misswirtschaft haben die Produktion zuletzt auf nur noch 900.000 Barrel/Tag gedrückt (think: weniger als 1 % der Weltproduktion)
Venezuela 101: Als Gründungsmitglied des Ölkartells OPEC förderte das Land einst bis zu 3,5 Mio. Barrel/Tag – 1976 begann Venezuelas damalige Regierung, die Ölindustrie im Land zu verstaatlichen
US-Exodus: Ab 2007 zwang Maduros Vorgänger Hugo Chávez Multis wie ExxonMobil $XOM ( ▲ 1.38% ) oder ConocoPhillips $COP ( ▼ 1.23% ), ihre Mehrheitsanteile an venezolanischen Ölfeldern an den Staatskonzern PDVSA zu verkaufen ➡️ er enteignete sie also de facto, wenngleich gegen Geld
Pole Position: Der einzige US-Ölkonzern mit Präsenz vor Ort ist Chevron $CVX ( ▲ 1.8% ) – mit bestehender Infrastruktur und einer Sonderlizenz der Trump-Administration gilt Chevron als logischer Kandidat für einen Scale-up, sofern die Politik mitspielt
Aber, aber, aber: Braucht die Welt zusätzliches Öl aus Venezuela? Internationale Rohölmärkte sind mehr als ausreichend versorgt, das OPEC-Kartell sitzt auf großen ungenutzten Kapazitäten – und die Preise sind zuletzt spürbar gefallen 📉
Dazu kommt: Ein weiterer globaler Preisverfall, etwa durch mehr Angebot aus Venezuela, würde gerade die heimische US-Ölförderung unrentabel machen. Schließlich sind die Förderkosten in den Vereinigten Staaten im globalen Vergleich oft besonders hoch (think: aufwendiges Fracking)
Warum das wichtig ist: Weil Venezuela ein strategischer Baustein für die Rohstoffsicherheit der USA sein mag – aber wirklich kein Selbstläufer
Denn: Selbst im Best-Case-Szenario eines friedlichen Machtwechsels würde es bis zu sieben Jahre dauern, bis Venezuela wieder relevante Ölmengen produziert – vorausgesetzt, alles läuft nach Plan, was in der Geschichte von US-Interventionen selten der Fall war 😶
Petro Poker: Allein um die Produktion auf aktuellem Niveau bis 2040 zu halten, bräuchte es $65 Mrd. Investitionen – für eine Verdopplung auf 2 Mio. Barrel/Tag wären über $100 Mrd. nötig
Deswegen, Dig Deeper: Venezuela ist nicht nur reich an Öl, sondern auch an Seltenen Erden – die sich unter Chinas Monopol zu einer geopolitischen Währung entwickeln, weil sie für E-Mobilität, erneuerbare Energien und Waffensysteme unverzichtbar sind
Further Reading: Financial Times, Handelsblatt, Reuters
Market Mover: FTSE knackt Rekordhoch – dank Banken, Minern und KI-Angst

London feiert Börsenrekord – wegen Old Economy und wachsender KI-Skepsis (Foto: IMAGO / imagebroker)
Was ist passiert: Der britische Leitindex FTSE 100 hat zum Jahresauftakt erstmals die 10.000-Punkte-Marke durchbrochen 📈
FTSE Flex: Der FTSE 100 stieg am Freitag kurzzeitig um +1,1 %, nachdem er 2025 bereits mit +21,5 % abgeschlossen hatte – dem stärksten Jahresanstieg seit 2009 und besser als der S&P 500
Brit-ish: Londons Blue-Chip-Index vereint die 100 größten börsennotierten Unternehmen – aber weniger als 25 % der Umsätze stammen aus Großbritannien, was den Index zu einem globalen Play macht, nicht zu einer UK-Growth-Wette
Banks, Bullets & Bullion: Der Index profitierte massiv von Banking, Mining und Defense – Standard Chartered und Lloyds schossen 2025 um +84 % bzw. +79 % nach oben, der Miner Fresnillo $FNLPF ( ▲ 1.18% ) verfünffachte sich dank des Edelmetall-Booms
Warum das wichtig ist: Weil der FTSE-Rekord weniger ein Vertrauensvotum für Großbritannien ist als ein Misstrauensvotum gegen US-Tech-Bewertungen
London Calling: Globale Investoren suchen Alternativen zu überteuerten US-Tech-Aktien – und landen dank günstigerer Bewertungen und geringerem Megacap-Tech-Risiko in London
Boring Wins: Der FTSE beweist, dass Old Economy in volatilen Zeiten outperformen kann – besonders, wenn Investoren einen KI-Hedge suchen 🤝
Global Pulse: Der S&P 500 und DAX starteten mit leichten Gewinnen ins neue Jahr – während der Handel in Asien am Freitag ruhte, schloss der breit gefasste japanische Index Topix das alte Jahr noch mit einem frischen ATH ab
Further Reading: Financial Times, BBC
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Top Reads
💶 Banken in der Euro-Zone haben im November 3,1 % mehr Kredite an Unternehmen vergeben als im Vorjahr – der stärkste Anstieg seit Mitte 2023. Auch Privathaushalte nahmen 2,9 % mehr Darlehen auf, was auf leichte Belebung hoffen lässt. (Deep Dive)
🇩🇪 Deutschland verzeichnete 2025 erstmals seit der Corona-Krise einen Rückgang der Erwerbstätigen auf insgesamt 46 Mio. Menschen. Die Industrie schrumpfte um fast 2 % auf 7,9 Mio. Beschäftigte, das Baugewerbe allein verlor 23.000 Jobs – nur der Dienstleistungssektor wuchs um 164.000 Stellen (Krisen erklären ist krisenfestes Geschäft). (Deep Dive)
📉 Tesla $TSLA ( ▲ 2.11% ) hat im letzten Quartal 15,6 % weniger Fahrzeuge ausgeliefert als im Vorjahr – nur noch 418.227 Einheiten, nachdem die $7.500-Elektroauto-Subvention in den USA endete. Der chinesische Hersteller BYD überholte Tesla 2025 mit 2,26 Mio. verkauften E-Autos, die Tesla-Auslieferungen sanken auf 1,63 Mio. (Deep Dive)
💨 Ørsted, Dänemarks Energiekonzern, klagt gegen den Stopp seines $5-Mrd.-Windpark-Projekts vor der US-Ostküste – das zu 87 % fertiggestellt ist und eigentlich im Januar 2026 ans Netz gehen sollte. Die Trump-Regierung hatte die Pachtverträge für fünf Offshore-Windparks wegen angeblicher nationaler Sicherheitsrisiken ausgesetzt (upsi). (Deep Dive)
Optional Reads
Home 🥨
DAX: Schließt leicht im Plus bei 24.539 Punkten (Deep Dive)
EU: Bereitet strengere Durchsetzung von Technologievorschriften für 2026 vor, während Trump mit Vergeltungsmaßnahmen droht (Deep Dive)
DZ Bank: Deutsches Geldvermögen steigt um 6 % auf €10 Bio. (Deep Dive)
Fraunhofer ISE: Solar überholt Braunkohle als Energiequelle in Deutschland (Deep Dive)
Bundesnetzagentur: Genehmigt 2000 km neue Stromleitungen (+45% zu 2024) (Deep Dive)
World 🌎
Wall Street: Startet ohne klare Richtung ins neue Jahr (Deep Dive)
Asiatische Börsen: Hang Seng startet mit +2,8 % ins neue Jahr – KI-Aktien treiben Index (Deep Dive)
USA: Senken Strafzölle auf italienische Pasta (Deep Dive)
Norwegen: E-Auto-Anteil steigt 2025 auf 95,9% (Deep Dive)
HSBC: Reicht Insolvenzanträge gegen hochrangige Mitglieder der Familie Barclay ein (Deep Dive)
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