🤔, liebe Cruncher!
Robert Habeck hat gewohnt wolkig seinen Abschied aus der Politik angekündigt und gibt sein Bundestagsmandat zum 1. September auf: Er brauche „Abstand“, sagte er in einem Insta-Video, gehe „ins Offene“, lasse die „Leinen los“ und wolle wieder „Luft unter die Flügel“ bekommen.
Was er damit genau meint, konnte bis jetzt nicht abschließend geklärt werden.
Wir vermuten: Habeck geht mit 100er-Hebel long auf $NVDA ( ▼ 3.33% ). Aber natürlich nur homöopathisch – mit dem Börsenspiel Trader von Société Générale.
Leinen los (und mehr zu den NVIDIA-Zahlen 👇)!

Roland Lindenblatt, Lead Editor marketscrunch ([email protected])

Jonathan E. Klein, Associate Editor marketscrunch ([email protected])
Before The Bell
Agenda 250828
📊: Delivery Hero, Fielmann (beide Q2)
Top Story: Trump vs. Fed – wackelt die Notenbank-Unabhängigkeit?

Stars & Strikes: Trump setzt politische Treue über Notenbank-Autonomie (Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire)
Was ist passiert: Donald Trump hat am Dienstag als erster US-Präsident überhaupt eine Fed-Gouverneurin gefeuert und damit den bisher größten Angriff auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank gestartet – am Mittwoch hatte er bereits Vorschläge für getreue Nachfolger
Remember: Trump verlangt seit Monaten von Fed-Chef Powell („sturer Idiot“) Zinssenkungen, um das Wirtschaftswachstum zu pushen, Steuersenkungen und höhere Staatsausgaben zu finanzieren – bisher ohne Erfolg
Strategiewechsel: Nun versucht Trump, die Fed von innen auszuhölen und stimmberechtigte Ratsmitglieder mit getreuen Zinssenkern zu ersetzen – seine Vorschläge: sein Berater Stephen Miran und der frühere Weltbank-Präsident David Malpass, die beide – suprise – niedrigere Zinsen fordern
Die Details: Trump wirft Cook vor, sie habe Falschangaben bei Hypothekenanträgen gemacht, also „grobe Fahrlässigkeit bei Finanzgeschäften“ gezeigt (bisher ohne es zu beweisen)
Fed 101: Die US-amerikanische Zentralbank unterteilt sich in regionale Zentralbanken, die entsenden fünf Mitglieder in den geldpolitischen Rat, sieben weitere Mitglieder, die sog. Fed-Gouverneure, werden vom US-Präsidenten ernannt und sind 14 Jahre im Amt – eine Mehrheit von 7 von 12 Stimmen ist für Zinsentscheide notwendig
Trumponomics: Der Präsident braucht niedrige Zinsen, um seine Billionen-Schulden und Steuersenkungen mit billigem Geld zu finanzieren – je mehr Gouverneure er selbst ernennen kann, desto besser (doch dafür müssen eben einige gehen)
Timing ist alles: Cook wäre noch bis 2038 im Amt – länger als jeder andere Gouverneur – und könnte damit drei Präsidenten-Amtszeiten überdauern
Pulte-Fiction: Die angeblichen Beweise für Cooks Hypothekenbetrug stammen von William Pulte, Chef der Hypothekenaufsicht FHFA und Trump-Spender (dessen Expertise in Sachen Finanzethik etwa so glaubwürdig ist wie Trumps Steuerehrlichkeit)
Verfassungskrise mit Ansage: Cook will per Klage im Amt bleiben – und könnte den Fall bis zum Supreme Court bringen, wo Trumps handverlesene Richter-Mehrheit wartet
Warum das wichtig ist: Trump entmachtet eine wirtschaftspolitische Institution nach der anderen – und setzt so immer mehr die Stabilität der gesamten US-Wirtschaft aufs Spiel
Auf Linie: Wer unbequeme Zahlen liefert, wird ersetzt – erst die Chefin für Arbeitsmarktstatistik (lieferte zu schlechte Jobzahlen), jetzt die Fed-Gouverneurin (lieferte keine Zinssenkung), eingesetzt werden stattdessen Getreue, die Zahlen und Entscheidungen auf Wunsch liefern
Wünsch-Dir-Was-Politik: Niedrige Zinsen sind der feuchte Traum jedes Politikers – billig Geld aufnehmen, Schulden kaschieren, Steuern senken, Wahlgeschenke verteilen (think: perfekt für Wahlerfolge)
Erdogan-Economics: Die fatalen Nebenwirkungen zeigte schon Erdogan: Der entließ zischen 2019 und 2021 drei Zentralbankchefs, um Zinssenkungen zu erzwingen – die Folgen: 75 % Inflation, eine schwache Lira, steigende Armut
Ruhe vor dem Sturm: Der Dollar gab nach dem Rausschmiss nur leicht nach, die Staatsanleihen-Renditen stiegen, der S&P 500 sank um 0,5 %, am Ende des Tages hatten sich die Märkte schon wieder erholt – bisher glauben anscheinend nur wenige, dass es wirklich hart auf hart kommt
Sturmwarnung: Postfaktische Wirtschaftspolitik funktioniert allerdings nur, bis sie es nicht mehr tut – wenn die Fed bald wirklich von Trumps Günstlingen besetzt ist und nach seinem Gusto entscheidet, wird das Vertrauen der Märkte schwinden
Further Reading: Spiegel, Financial Times
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Market Mover: KI-Nachfrage treibt Umsatz um 56 % – Nvidia liefert solide Zahlen

Jen-Hsun Huang: Übertrifft zwar die Erwartungen, aber nicht deutlich genug (Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire)
Was ist passiert: Nvidia $NVDA ( ▼ 3.33% ) hat geliefert. Mal wieder – der Techgigant signalisierte im Zentrum des KI-Booms robustes Wachstum, während die Märkte nervös auf die Fortsetzung der KI-Euphorie blicken
Money Machine: Der Umsatz stieg im Quartal bis zum 28. Juli auf $46,7 Mrd. – ein Plus von 56 % im Jahresvergleich und leicht über den Konsensschätzungen von $46,5 Mrd.
Margin Magic: Der Nettogewinn sprang um 59 % auf $26,4 Mrd. – rund $3 Mrd. über den Prognosen von $23,5 Mrd., mit einer beeindruckenden Bruttomarge von 72,7 %
Die Details: Trotz der soliden Zahlen fiel die Aktie am Mittwoch im nachbörslichen Handel um etwa 1,5 % – think: selbst starke Zahlen können die astronomischen Anleger-Erwartungen kaum noch übertreffen
AI Crown Jewel: Nvidia, das wertvollste börsennotierte Unternehmen der Welt, hat in diesem Jahr bereits über 35 % zugelegt – und als erstes Unternehmen überhaupt die $4-Bio-Marke überschritten
Artificial Inflation? Die Zahlen kommen inmitten wachsender Sorgen über KI-Bewertungen – ausgelöst durch einen kritischen MIT-Bericht zu praktischen Anwendungen und Sam Altmans Warnung vor überzogener Investoren-Euphorie
Byte the Rules: Trotz ausbleibender China-Umsätze im Quartal (think: US-Exportkontrollen) konnte Nvidia H20-Chips im Wert von $650 Mio. an einen Kunden außerhalb Chinas verkaufen – und damit die Handelsbeschränkungen zumindest teilweise umgehen
AIn’t Happening: Nvidia verzichtete auf eine Prognose für künftige Umsätze aus China – zumal künftig 15 % der Erlöse an die USA abzuführen sind, während Peking selbst vom Kauf der Chips abrät
Warum das wichtig ist: Nvidias Ergebnisse werden nicht nur als Unternehmenskennzahlen, sondern als makroökonomische Indikatoren für die gesamte KI-Revolution interpretiert
Gravity Check: Das Umsatzwachstum von 56 % ist zwar stark, liegt aber unter den 69 % des Vorquartals und weit unter den über 250 % von Anfang 2024
Too High Hopes: Gute Ergebnisse sind bei Nvidia keine Garantie für Kursgewinne – selbst nach übertroffenen Erwartungen im Februar rutschte die Aktie am Folgetag um 8,5 % ab
GPU Gold Rush: Nvidias größte Kunden – Microsoft $MSFT ( ▼ 0.58% ), Google $GOOG ( ▲ 0.55% ), Meta $META ( ▼ 1.65% ) und Amazon $AMZN ( ▼ 1.12% ) – investieren massiv in KI-Infrastruktur – die Ausgaben sollen dieses Jahr voraussichtlich $350 Mrd. erreichen 🤑
Further Reading: Financial Times, Bloomberg
Top Reads
📊 Die deutsche Industrie produziert laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) satte 22 % teurer als der Durchschnitt von 27 Industriestaaten – nur Lettland, Estland und Kroatien sind noch kostspieliger. Trotz beachtlicher Produktivität (Platz 7 international) reicht diese bei weitem nicht aus, um die dritt-teuersten Arbeitskosten weltweit auszugleichen. Während Japan mit 24 % und die USA mit 32 % niedrigeren Lohnstückkosten locken, warnt das IW vor einer schleichenden Deindustrialisierung. (Deep Dive)
📉 Deutsche Privatanleger reagieren auf die Zoll-Politik mit Skepsis und Portfolioanpassungen, wie eine Tradegate-Umfrage unter 2.000 Aktienanlegern zeigt. Bei 76,3 % ist das Vertrauen in den US-Aktienmarkt gesunken, 40 % haben in "sichere Häfen" wie Gold (19,3 %) und Anleihen (18 %) umgeschichtet, und 15 % haben gleich US-Aktien verkauft. Trotz aller Turbulenzen und Fed-Attacken führt an Apple $AAPL ( ▼ 0.18% ), Nvidia $NVDA ( ▼ 3.33% ) und Co. aber offenbar kein Weg vorbei – 57 % der Befragten halten weiterhin US-Werte. (Deep Dive)
🛡️ Rüstungsaktien: Der große Hype scheint vorüber – und trotzdem bleiben die meisten Rüstungsaktien stabil. Und während einige sich um ein militarisiertes Zeitalter sorgen, investieren andere – wie der norwegische Staatsfonds – im großen Stil. Der Deepdive zu Rüstungsaktien in der Wirtschaftswoche gibt den Gesamtüberblick. (kostenlos via Readly)
📈 Japans Aktienmarkt erlebt seit April eine „Ninja-Stealth-Rally", die den Topix erstmals über 3.000 Punkte katapultierte und mit +34% sogar die US-Märkte übertrifft. Ausländische Investoren haben $35,7 Mrd. in japanische Aktien gepumpt, während sie sich von China abwenden und auf die Früchte jahrelanger Corporate-Governance-Reformen setzen. Selbst das US-Handelsabkommen mit 15 %-Zöllen (statt angedrohter 25 %) konnte die Party nicht stoppen – gleichzeitig endet die Deflation nach drei Jahrzehnten und $14 Bio. japanische Spareinlagen suchen nach Rendite. (Deep Dive)
Optional Reads
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DAX: Schließt dritten Tag in Folge im Minus (Deep Dive)
GfK: Konsumklima sinkt im August zum dritten Mal in Folge auf -23,6 Punkte (Deep Dive)
VDMA: US-Zölle bedrohen Existenz deutscher Maschinenbauer (Deep Dive)
EY: Deutsche Autobranche baut binnen Jahresfrist +51.500 Jobs ab (Deep Dive)
Nach Übernahmekampf: Großaktionär PPF verschafft Berlusconi-Familie Mehrheit bei ProSieben (Deep Dive)
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Wall Street: US-Märkte schwanken vor Nvidia-Quartalszahlen (Deep Dive)
Hedgefonds: Erzielen mit Convertible-Arbitrage-Strategie fast 6% Rendite (Deep Dive)
Gold: Rutscht wegen starkem Dollar ab, Trump-Fed-Konflikt begrenzt Verluste (Deep Dive)
China: Industriegewinne fallen dritten Monat in Folge bei anhaltender Deflation (Deep Dive)
UK-Staatsanleihen: Langfristige Renditen erreichen fast Höchststand des Jahrhunderts (Deep Dive)
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