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Roland Lindenblatt, Lead Editor marketscrunch ([email protected])

Jonathan E. Klein, Associate Editor marketscrunch ([email protected])
Before The Bell
Agenda 260112
🇩🇪: Sentix-Konjunkturindex Deutschland (Januar)
Top Story: 25 Jahre später – Mercosur-Abkommen schafft größte Freihandelszone der Welt

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: Läutet nach einem Vierteljahrhundert Verhandlungen endlich das Mercosur-Abkommen ein (Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire)
Was ist passiert: Nach 25 Jahren Verhandlungen hat die EU (finally)grünes Licht für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay gegeben
Trade XXL: Mit rund 700 Mio. Konsumenten würde laut EU-Kommission die größte Freihandelszone der Welt entstehen – die Unterzeichnung ist für diese Woche in Paraguay geplant 🤝
Konkret: Sollen Zölle und Handelsbarrieren abgebaut werden – derzeit erheben die Mercosur-Staaten etwa Zölle in Höhe von 35 % auf europäische Autoimporte
Die Details: Die EU-Kommission rechnet mit +39 % EU-Exporten nach Südamerika (€49 Mrd. zusätzlich pro Jahr) – wovon vor allem Autobauer, Maschinenbauer und Pharma profitieren sollten und rund 440.000 Arbeitsplätze unterstützt würden
Timeline: Die Verhandlungen mit der EU starteten 1999, wurden im Dezember 2024 abgeschlossen – und sollten eigentlich noch vor Weihnachten 2025 unterzeichnet werden
Doch: Anhaltende Proteste der EU-Agrarwirtschaft bremsten den Deal, besonders Frankreichs und Italiens Bauern gingen auf die Barrikaden – aus Sorge vor billiger Konkurrenz aus Südamerika 😶
Tipping Point: Nachdem Italien weitere Zugeständnisse an die Agrarlobby durchgesetzt hat, kam das entscheidende Ja aus Rom – notwendig, weil Frankreich, Polen Ungarn, Österreich und Irland weiterhin gegen Mercosur gestimmt haben
Safety Net: Brüssel verspricht EU-Bauern ab 2028 zusätzliche €45 Mrd. aus dem EU-Haushalt und intensive Überwachungen – bei einem Anstieg schädlicher Importe oder starkem Preisverfall können die Zollvorteile wieder ausgesetzt werden
Warum das wichtig ist: Weil der EU mit den USA (think: Zölle) und China (think: Zölle + staatlich subventionierter Push kritischer Industrien) die zwei wichtigsten Handelspartner immer mehr Barrieren in den Weg stellen – und neue Partner dringend notwendig sind
Plan B: Während Washington den regelbasierten Handel demontiert, ringt Brüssel um strategische Autonomie – und setzt dabei neben Mercosur auch auf andere Handelsabkommen👇
Next Stop: Ende Januar soll ein Freihandelsabkommen mit Indien unterzeichnet werden, das EU-Exporte um mehr als 50 % steigern könnte – Kanzler Merz reiste deshalb gestern mit 25 Unternehmen im Gepäck nach Neu-Delhi (übrigens auch bereits 20 Jahre in the making)
Zudem: Verhandelt die EU mit Australien, Thailand, den Philippinen, Malaysia, Tadschikistan und den Golfstaaten – bei Australien (think: kritisch für Lithium, seltene Erden) und Thailand hofft Brüssel noch in diesem Jahr auf Abschlüsse 💨
Further Reading: Handelsblatt, Financial Times, Reuters
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Market Mover: Maduro weg, Inflation übernimmt – Venezuelas Währung kollabiert

Bewaffnete Gruppen patrouillieren auf Märkten in Caracas, um den von der Zentralbank Venezuelas festgelegten Wechselkurs durchzusetzen (Foto: IMAGO / Anadolu Agency)
Was ist passiert? Nach der Festnahme von Präsident Maduro durch die USA stürzt Venezuelas Währung ab – der Bolívar hat knapp 20 % seines Schwarzmarktwerts verloren 📉
Trust Issues: Die Venezolaner bunkern US-Dollar, weil der Bolívar rasant an Wert verliert – auf dem Schwarzmarkt kostet ein Dollar inzwischen 723 statt 585 Bolívar Anfang Januar
Denn: Die US-Sanktionen schneiden dem Land wichtige Einnahmequellen ab – und seit die Regierung keine Dollarreserven mehr zur Stützung einsetzt, hat der Bolívar seit Jahresbeginn 2025 offiziell über 80 % an Wert verloren
Street Math: Die offiziellen Regierungskurse driften mit rund 320 Bolívar pro Dollar komplett von der Straßenrealität ab – faktisch wird bei jeder Transaktion neu verhandelt
Crude Reality: US-Sanktionen treiben Venezuelas Ölexporte in die Sackgasse – rund 650.000 Barrel pro Tag, die zuvor vor allem nach China gingen, stecken nun in Lagertanks fest, während die US-Marine Tanker kapert 🏴☠️
Warum das wichtig ist: Weil der IWF einen Anstieg der Jahresinflation von durchschnittlich 270 % in 2025 auf über 680 % in 2026 prognostiziert
Been There: Venezuela ist ohne seine Petro-Dollars aufgeschmissen – und hat mit einer sechsstelligen Hyperinflation von 2016 bis 2019 bereits erlebt, wie eine solche Krise Millionen zur Flucht treibt
Outlook: US-Finanzminister Scott Bessent stellte in Aussicht, dass Washington einige Sanktionen bald lockern könnte – um US-Ölkonzerne für Investitionen in den Wiederaufbau der venezolanischen Ölindustrie zu gewinnen 🛢️
Further Reading: Financial Times, Reuters

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Top Reads
📉 Deutsche Exporte sind im November um 2,5 % auf €128,1 Mrd. eingebrochen – der stärkste Rückgang seit anderthalb Jahren. Hauptgrund: schwächelnde Nachfrage aus den USA (−4,2 %), aber auch Europa (−4,2 %). Der Außenhandelsüberschuss schrumpfte damit auf €13,1 Mrd., den niedrigsten Stand seit Dezember 2022. (Deep Dive)
📈 Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im November überraschend um 0,8 % gesteigert – der dritte Anstieg in Folge, obwohl Ökonomen mit einem Rückgang von 0,4 % gerechnet hatten. Die Automobilindustrie legte um 7,8 % zu, der Maschinenbau um 3,2 %, doch der BDI prognostiziert für das Jahr 2025 trotzdem insgesamt einen Produktionsrückgang von 2 % – und spricht von "strukturellem Abstieg statt konjunktureller Delle". (Deep Dive)
🛢️ Donald Trump hat US-Ölkonzerne zu $100 Mrd. Investitionen in Venezuela gedrängt, um die Energieinfrastruktur nach der Festnahme von Nicolás Maduro wieder aufzubauen. ExxonMobil $XOM ( ▲ 1.38% ) und ConocoPhillips $COP ( ▼ 1.23% ) bleiben skeptisch und nennen das Land „uninvestierbar" – Chevron $CVX ( ▲ 1.8% ) hingegen will die Produktion per neuer US-Genehmigungen um 50 % steigern. (Deep Dive)
🤝 Glencore und Rio Tinto verhandeln über eine Fusion zum weltgrößten Bergbaukonzern mit einem Börsenwert von rund $207 Mrd. – nach einem gescheiterten Versuch Ende 2024 wurde der Deal Ende 2025 unter dem neuen Rio-Tinto-Chef Simon Trott wieder aufgenommen. Der kombinierte Unternehmenswert läge bei über $260 Mrd., Rio Tinto hat bis zum 5. Februar Zeit für ein formelles Angebot. (Deep Dive)
Optional Reads
Home 🥨
DAX: Schließt Vorwoche auf erneutem Rekordhoch (Deep Dive)
KfW-Studie: Bis 2029 drohen jährlich 114.000 Firmenschließungen (Deep Dive)
Deutscher E-Automarkt: VW dominiert, Tesla stürzt auf Rang 9 ab (Deep Dive)
Thyssenkrupp Marine Systems: Soll Indien mit 6 U-Booten ausstatten (Deep Dive)
Autobahn GmbH: Nach gescheiterter Tarifrunde drohen Warnstreiks (Deep Dive)
Otto Group: Kooperiert mit Nvidia für KI-Logistiksystem (Deep Dive)
World 🌎
Wall Street: S&P 500 zum Wochenende mit abermaligem Rekordhoch (Deep Dive)
Asiatische Börsen: Nikkei legt +1,2% zu, gegen Asien-Trend (Deep Dive)
Trump: Ordnet Kauf von Hypothekenanleihen für $200 Mrd. an (Deep Dive)
Meta: Sichert sich Atomstrom für KI-Rechenzentren (Deep Dive)
SpaceX: Erhält FCC-Erlaubnis für 7.500 weitere Starlink-Satelliten (Deep Dive)
Chris Rokos: UK-Investor zahlt sich €550 Mio. aus seinem Hedgefonds aus (Deep Dive)
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Job Board
📌 Rocket Internet: Venture Capital Internship, Berlin
📌 N26: Head of Growth, Berlin
📌 NEURA Robotics: Junior Manager M&A, Metzingen
📌 Aurelius: Investment Associate Buy & Build, München
📌 Bosch: Venture Capital Internship, Stuttgart
📌 Urban Sports Club: Senior AI Creative Expert, Berlin
📌 n8n: Customer Success Manager, remote (EMEA)
📌 OACE: Junior Finance Manager, Köln
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