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#64: Europäische Staatsanleihen unter Druck, türkische Lira auch

Jeden Morgen smarter. In <5 Minuten ⬇

🆕, liebe Cruncher!

Es ist so weit! Wir starten unseren eigenen Fonds – und zwar den „Inverse Thelen“-Fonds.

Die Strategie ist so einfach wie sicher: Alles, in das Super-Investor, Tech-Visionär und Skateboard-Freak Frank Thelen investiert, wird geshorted. Und zwar mit 10er-Hebel.

Alle weiteren Infos zu Anlagestrategie und Mindesteinlage gibt es hier.

Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊

Agenda 250401

  • 🇪🇺: Arbeitsmarktstatistik (Februar)

  • 🇪🇺, 🇩🇪, 🇫🇷, 🇮🇹, 🇯🇵, 🇬🇧, 🇨🇦, 🇺🇸, 🇨🇳: Einkaufsmanager-Index (März)

Top Story: Deutschlands Schuldenpaket – treibt Anleiherenditen in Euro-Ländern hoch

Mitgehangen, mitgefangen – in der gesamten Eurozone steigen gerade Renditen auf Staatsanleihen (Foto: IMAGO)

Was ist passiert: Die von der (Bald-)Groko für Verteidigung und Infrastruktur geplanten Ausgaben in Höhe von Hunderten Milliarden Euro treiben die Anleiherenditen in der gesamten Eurozone in die Höhe

  • Remember: Am 18. März verabschiedete sich Deutschland endgültig von der schwarzen “0” – und beschloss ein €500-Mrd.-Schuldenpaket für Infrastruktur sowie einen Freifahrtschein für Schulden bei Verteidigungsausgaben  

Die Details: Die Renditen 10-jähriger Bundesanleihen stiegen in der Folge auf fast 3 % – der höchste Stand seit 2023

  • Dominoeffekt: Französische 10-Jahres-Staatsanleihen kletterten auf +3,6 % – in Italien erreichten sie 4 % – jeweils die höchsten Werte seit Monaten

  • Die Logik: Deutsche Staatsanleihen gelten als Benchmark für den Euroraum – ihr Renditeanstieg zieht die Kreditkosten anderer Länder mit nach oben

  • Outlook: Laut einer Simulation des Assetmanagers Point72 könnte Italiens Schuldenquote bis 2030 auf 153 % (bisher 140 %) des BIPs steigen – Frankreichs auf 122 % (bisher 115 %) – zum Vergleich: Deutschlands Schuldenquote liegt (noch) bei (zu?) niedrigen 62 % 

  • Marktreaktion: Die Spreads (think: Renditedifferenzen anderer Euroländer zu Deutschland) blieben bisher stabil – das zeigt, dass die Märkte noch kein unverhältnismäßig hohes Risiko darin sehen, dass auch Länder wie Italien nun höhere Kreditkosten haben

Warum das wichtig ist: Weil die Groko-Schuldenbazooka gemeinhin als Befreiungsschlag für die deutschen Staatsfinanzen interpretiert wird – über beschriebenen Renditeanstieg die Spielräume für Verteidigungsausgaben in anderen EU-Ländern aber beschränken könnte

  • Abwarten: Noch ist der Aufschlag minimal – höhere Spreads könnten der Finanzierung der Staatsausgaben im Eurozonen-Ausland aber wirklich schaden

  • Daher: Kommt es jetzt u.a. auch darauf an, ob Deutschlands Staatsausgaben auch anderen EU-Ländern nützen (think: Bestellungen bei Rüstungsunternehmen in Italien und Frankreich steigern auch dort das BIP – und senken damit die Schuldenquote)

Further Reading: Financial Times, FAZ

Crunch Take

Seit Jahresanfang herrscht an den Aktienmärkten eine neue Volatilität – vergangene Woche verstärkt durch Trumps Auto-Zölle. Wie geht ihr mit diesem „New Normal“ um?

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Market Mover: Lira unter Druck – türkische Zentralbank muss eingreifen

Nach der Imamoglu-Verhaftung muss die türkische Zentralbank die Landeswährung stützen (Foto: IMAGO)

Was ist passiert: Massenproteste in der Türkei nach der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu (think: aussichtsreichster Kontrahent des autoritären Staatspräsidenten Erdogan) ließen den Kurs der türkischen Währung einbrechen

Die Details: Die türkische Lira fiel letzte Woche auf ein Rekordtief – am Montag kostete ein US-Dollar rund 38 Lira ₺

  • Gleichzeitig: Interveniert die Zentralbank massiv am Devisenmarkt und gab laut Bloomberg in den ersten Tagen nach der Verhaftung mindestens $25 Mrd. für Markteingriffe aus

  • Warum? Die türkische Zentralbank versucht, mit Verkäufen ausländischer Währungen den Kurs der Lira zu stabilisieren

  • Nachdem: Ausländische Investoren aufgrund der politischen Unruhen ca. $16 Mrd. abgezogen hatten 

  • Dazu kommt: Die Gefahr eines erneuten Anstiegs der Inflation, die zuletzt von 75 % im Mai 2024 auf 40 % im Februar 2025 gefallen war

  • Hintergrund: Die Währungshüter der Türkei hatten die Nettowährungsreserven des Landes letztes Jahr auf rund $65 Mrd. aufgestockt – und sind deshalb in der Lage, die Währung künstlich zu stützen 

Warum das wichtig ist: Weil die politische Krise die wirtschaftliche Stabilisierung der Türkei gefährdet und die Interventionen der Zentralbank endlich sind – was die politische Krise befeuern könnte

  • Erdoganomics: Das Staatsoberhaupt hat in der Vergangenheit öfter behauptet, dass Zinssenkungen die Inflation senken werden (hat leider nicht geklappt), was die Währung seit Jahren volatil macht und Vertrauen verspielt hat 

  • Devisen-Dilemma: Der hohe Verlust an Devisenreserven durch Markteingriffe ist laut Experten weder wünschenswert noch langfristig tragbar  

Top Reads

🇩🇪 Die Inflation in Deutschland ist im März leicht gesunken. Das Statistische Bundesamt schätzt die Teuerungsrate auf 2,2 %, nach 2,3 % im Februar. Preistreiber waren Nahrungsmittel (+2,4 %) und Dienstleistungen (+3,8 %). Energie verbilligte sich um 2,8 %. Ökonomen erwarten auch für den gesamten Euro-Raum eine sinkende Inflation – das könnte die EZB zu weiteren Zinssenkungen bewegen. Der nächste Zinsentscheid ist am 17. April. (Deep Dive)

📈 Gold erreicht neue Rekordhöhen. Der Preis pro Unze stieg auf $2.265,73, vor allem getrieben von Handelskriegssorgen sowie Erwartungen von US-Zinssenkungen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs etwa erwartet für 2025 drei Zinssenkungen der Fed. Und auch weil die globale Wirtschaftslage in den kommenden Monaten wohl nicht an Unsicherheit einbüßen wird (Trump sei Dank), sehen Analysten weiteres Aufwärtspotenzial beim Goldpreis. (Deep Dive)

💰 Argentinien hat beim IWF die erste Tranche von $4 Mrd. aus seinem $20-Mrd.-Kreditprogramm beantragt. Dies markiert einen wichtigen Schritt in den Bemühungen des Landes, seine Wirtschaft zu stabilisieren und das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Präsident Milei (der mit der Kettensäge) setzt auf strikte Sparmaßnahmen und Marktreformen, um die Inflation zu bekämpfen und das Haushaltsdefizit zu reduzieren. (Deep Dive)

Optional Reads

Home 🥨

  • DAX: Zoll-Eskalation schickt DAX weiter auf Talfahrt (Deep Dive)

  • Bundesbank: Deutschlands Schuldenquote sank 2024 auf 62,5 %, Staatsschulden stiegen (Deep Dive)

  • Statistisches Bundesamt: Erdgas in Deutschland +80 % teurer als vor Ukraine-Krieg (Deep Dive)

  • Deutsche Autobauer: Verlieren laut EY-Studie weiter an Boden gegenüber japanischen und US-Konkurrenten (Deep Dive)

  • Microsoft: Stellt KI-Assistenten für Industrie auf Hannover Messe vor (Deep Dive)

World 🌎

  • US-Märkte: Erholt sich trotz Zollsorgen leicht (Deep Dive)

  • Asien: Erwartet historischen Belastungstest seines Exportmodells wegen US-Zöllen (Deep Dive)

  • Südkorea: Hebt monatelanges Short-Selling-Verbot auf (Deep Dive)

  • Huawei: Steigert Umsatz um 22,4 %, Gewinn sinkt durch F&E-Investitionen (Deep Dive)

  • Blackrock-Chef: Warnt vor Dollar-Gefahr durch Bitcoin und US-Schulden (Deep Dive)

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Job Board

🔥 Top Job: Agicap zählt mit €145 Mio. Funding zu den bestfinanzierten Scale-Ups Frankreichs – und expandiert jetzt weiter. Dafür sucht das französische Team ein:e VP Operations in Lyon, Berlin, Paris oder Mailand.

📌 Personio: Staff Product Manager, München

📌 Banxware: Chief of Staff, Berlin

📌 Lumaly: Founders Associate, Berlin

📌 Armira: Investment Associate Growth Equity, München

📌 Demecan: International Market Expansion Manager, Berlin

📌 BMW Foundation: Team Member Accelerator, München

📌 FUTRUE: Chief of Staff, Gräfelfling

📌 Etex: Chief of Staff, Düsseldorf

📌 GlassDollar: Startup Data & Insights Engineer, Berlin

What Do You Meme? (Partner-Edition Deutscher Jungadel)

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