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#65: Euroraum-Inflation fällt, US-Zölle steigen (wohl) heute
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⚽️, liebe Cruncher!
Gestern war zwar 1. April, aber dies ist dennoch kein verspäteter Aprilscherz: Arminia Bielefeld steht im DFB-Pokalfinale – nach einem 2:1-Sensationssieg gegen Bayer Leverkusen.
Wir sagen: Schön, dass Elon Musk ausnahmsweise nicht das Wahnsinnigste am gestrigen Abend war.
Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊
Agenda 250402
🇺🇸: „Liberation Day“ (think: Trumps Zoll-Show)
🇮🇳: Einkaufsmanagerindex (März)
Top Story: Euroraum-Inflation sinkt auf 2,2 % – nächste EZB-Zinssenkung in Sicht?

Nicht ganz transparent: EZB-Türme in Frankfurt a.M. (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: Die Inflation im Euro-Raum ist laut dem Statistikamt Eurostat von 2,3 % auf 2,2 % gesunken
Remember: Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 % an
Die Details: Die Kerninflationsrate, also ohne schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel, fiel ebenfalls um 0,2 %-Punkte auf 2,4 %
Und zwar: Stiegen besonders die Preise für Dienstleistungen im März mit 3,4 % deutlich geringer als noch im Februar mit 3,7 % – ein positives Signal für die Stabilität des Preisniveaus
Der Grund: Besonders bei Dienstleistern lassen steigende Löhne auch die Preise klettern – die Lohnsteigerungen haben sich zuletzt aber deutlich abgeschwächt
Außerdem: Erschwert die schwache Wirtschaftslage es Unternehmen, steigende Lohnkosten an die Verbraucher weiterzugeben
Übrigens: Während die Inflation in den großen Volkswirtschaften Frankreich (0,9 %) und Deutschland (2,3 %) gesunken ist, stieg sie in Italien leicht auf 2,1 %
Warum das wichtig ist: Weil die Inflationsentwicklung den kommenden Zinsentscheid der EZB am 17. April maßgeblich beeinflussen wird
Denn: Weniger starke Preissteigerungen werden die EZB von Pausen bei der Zinssenkung abhalten
Doch: Ein eskalierender Zollstreit mit den USA könnte das Wachstum im Euroraum reduzieren, über Gegenzölle die Inflation erhöhen – und die Zentralbanker so von Zinssenkungen abhalten
Aber: An den Märkten wird eine weitere Zinssenkung mit 70-80 % Wahrscheinlichkeit gehandelt (Polymarket hält uns auf dem Laufenden 💁) – das wäre seit Sommer 2024 die siebte Senkung in Folge
Further Reading: Handelsblatt, Manager Magazin
Crunch Take
Seit Jahresanfang herrscht an den Aktienmärkten eine neue Volatilität – vergangene Woche verstärkt durch Trumps Auto-Zölle. Wie geht ihr mit diesem „New Normal“ um?
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Market Mover: Bis zu 25 % auf alles – kommt heute nächster Zoll-Hammer?

Was weiß Kid Rock? Musiker und US-Präsident im Oval Office (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: Zölle. Schon wieder.
Aber der Reihe nach: US-Präsident Trump will heute wohl neue Zölle auf US-Importe verkünden – und laut Medienberichten könnten diese härter ausfallen als erwartet
Remember: Bereits jetzt erheben die USA 25 % Zölle auf ausländische Autos sowie auf alle Stahl- und Aluminiumimporte
Die Details: Das Weiße Haus erwägt angeblich eine Zoll-Flat-Rate zwischen 15 % und 25 % auf die meisten Importe in die USA, das berichtet u.a. die Washington Post
Noch: Am Montagabend hatte Trump angedeutet, die Zölle sollten reziprok sein – also proportional zu den Zöllen anderer Länder auf US-Exporte. Das scheint nun vom Tisch zu sein
Breiter Ansatz: Die Zölle sollen laut dem US-Präsidenten „mit allen Ländern beginnen“ – ein Fokus auf 10-15 Länder mit den größten Handelsungleichgewichten ist möglich, es werde keine Ausnahmen für Verbündete geben
Zusätzliche Einnahmen: Die US-Regierung rechnet durch die neuen Zölle mit Mehreinnahmen von +$6 Billionen (ja, richtig gelesen, Billionen 💰)
Warum das wichtig ist: Weil eine geplante Zoll-Flatrate den Handelskrieg endgültig entzünden würde – und die Weltwirtschaft inklusive Deutschland in eine Rezession stürzen könnte
Selbst wenn: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen noch eine diplomatische Lösung finden sollte, würde auch dieser Deal die EU gegenüber dem Status Quo schlechter stellen
Genauso: Würden Gegenmaßnahmen nicht nur den USA, sondern auch der EU schaden (think: US-Produkte werden teurer, was wiederum die Inflation im Euroraum treiben könnte)
Spannend bleibt: Welche Zölle Trump heute – am selbst ausgerufenen „Liberation Day“ – verkünden wird 🍿
Further Reading: Washington Post, Handelsblatt
Top Reads
🇪🇺 Die EU-Kommission verhängt eine €460-Mio.-Kartellstrafe gegen deutsche Autobauer. VW muss €127 Mio. zahlen, BMW €25 Mio. Grund: Illegale Absprachen von 2002-2017 zu Altfahrzeug-Zerlegung und Recycling. Mercedes-Benz geht straffrei aus, da es das Kartell aufgedeckt hat (sog. Snitch). (Deep Dive)
🏦 Chinesische Banken erhöhen abrupt die Zinsen für Verbraucherkredite. Grund: steigende Kreditausfallrisiken. Die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) und die Bank of China haben ihre Zinssätze für bestimmte Kredite um bis zu 80 Basispunkte angehoben. Experten sehen darin ein Zeichen für wachsende Besorgnis über die Qualität der Vermögenswerte im Bankensektor. (Deep Dive)
🚗 BYD, der chinesische Autohersteller, steigerte seine Verkäufe im ersten Quartal um 58 %. Mit 986.098 ausgelieferten Fahrzeugen, davon 416.388 reine E-Autos (+39 %), übertrifft BYD Tesla deutlich. Während BYD von der starken Nachfrage nach Hybridfahrzeugen profitiert, kämpft Tesla in Europa mit sinkenden Verkaufszahlen und möglichen Imageproblemen durch Elon Musks politische Aktivitäten. (Deep Dive)
Optional Reads
Home 🥨
Eurozone: Arbeitslosenquote sinkt auf Rekordtief von 6,1 % (Deep Dive)
EU-Kommission 1: Lockert CO2-Vorgaben für Autobauer bis 2027 (Deep Dive)
EU-Kommission 2: Droht USA mit Vergeltung im Handelsstreit (Deep Dive)
Tesla: Verkäufe in Europa sinken stark, teilweise brennen Autos (Deep Dive)
Engel & Völkers: Ermittlungen gegen Chefetage des Nobelmaklers eingestellt, Prüfung bei Franchisenehmern läuft weiter (Deep Dive)
World 🌎
US-Märkte: US-Börsen vor Trump-Zollpaket ohne klare Tendenz (Deep Dive)
US-Notenbank Fed: Verantwortliche bleiben vorsichtig bei Zinsschritten angesichts zollbedingter Inflationsrisiken (Deep Dive)
China: Industrieproduktion erreicht 12-Monats-Hoch (Deep Dive)
Australien: Zentralbank belässt Leitzins bei 4,1 % (Deep Dive)
Zuckerberg: Will Trumps Unterstützung im Streit mit der EU (Deep Dive)
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Job Board
🔥 Agicap: Agicap zählt mit €145 Mio. Funding zu den bestfinanzierten Scale-Ups Frankreichs – und expandiert jetzt weiter. Dafür sucht das französische Team ein:e VP Operations in Lyon, Berlin, Paris oder Mailand.
📌 Personio: Staff Product Manager, München
📌 Banxware: Chief of Staff, Berlin
📌 Lumaly: Founders Associate, Berlin
📌 Armira: Investment Associate Growth Equity, München
📌 Demecan: International Market Expansion Manager, Berlin
📌 BMW Foundation: Team Member Accelerator, München
📌 FUTRUE: Chief of Staff, Gräfelfing
📌 Etex: Chief of Staff, Düsseldorf
📌 GlassDollar: Startup Data & Insights Engineer, Berlin
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