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#67: Zoll-Spirale eskaliert, Immobilienmarkt stabilisiert
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🐡, liebe Cruncher!
An englischen Unis und Institutionen ist freitags traditionell Fish & Chips Tag – in Deutschland heißt das: Fischstäbchen. Hier werden pro Jahr rund 75k Tonnen Fischstäbchen gegessen.
Bisher bestehen die primär aus Alaska-Seelachs – der aber immer seltener wird. Iglo, der #1 Fischstäbchen-Hersteller – hat deshalb auf Stör umgestellt.
Heißt: Die Seelachs-Supplychain ist scheinbar 🥁 störanfällig geworden
Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊
Agenda 250404
🇺🇸: Arbeitsmarktstatistik (März)
💾: 50. Jahrestag der Microsoft-Gründung
💃: Frist für Verkauf des TikTok-US-Geschäfts läuft ab (5. April, falls noch wer Interesse hat)
Top Story: Trump “befreit” Welt vom Freihandel – EU bereitet Antwort vor

Kündigte harte Reaktion auf Trumps Zölle an: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: US-Präsident Donald Trump hat Zölle erlassen – auf Importe aus fast allen Ländern der Welt
Eskalation: Für EU-Länder steigt der Zoll am 9. April auf insgesamt 20 % – für viele Länder liegen die Zölle sogar +30 %
Die Details: Neben 10 % Zöllen auf fast alle Waren verhängen die USA individuelle reziproke Zölle auf 185 Handelspartner von beispiellosem Umfang
Trumpsches 1x1: Die Berechnung der reziproken Zölle hat mit den Zollsätzen anderer Länder nichts zu tun – stattdessen ist sie erschreckend simpel:
Das Handelsdefizit der USA mit einem Land wird durch die Gesamtexporte dieses Landes in die USA geteilt und dann halbiert
(think: Das Handelsdefizit mit China beträgt $291,9 Mrd., geteilt durch die in die USA importierten Waren im Wert von $438,9 Mrd., geteilt durch 2 = 34 %)Dazu kommt: In die Kalkulation wird nur die Handelsbilanz für Waren einbezogen, nicht für Dienstleistungen – bei diesen haben die USA nämlich einen Überschuss gegenüber dem Rest der Welt 😶🌫️
Wirtschaftlicher Albtraum: Experten warnen vor einer globalen Rezessionsspirale – für Deutschland prognostiziert etwa das Institut der deutschen Wirtschaft einen möglichen Schaden von €200 Mrd. in Trumps Amtszeit – das Ifo-Institut erwartet einen dauerhaften Rückgang des BIP um 0,3 %
Market Reaction: Zu den größten Verlierern an den weltweiten Börsen zählten gestern Unternehmen mit starker asiatischer Produktionsbasis – etwa Adidas (- 12 %), Puma (- 11 %) und Nike (-11 %) – ebenso Techriesen wie Apple (- 10 %) – denn gegen Länder wie China, Vietnam und Kambodscha wurden besonders hohe Zölle verhängt
Aktio = Reaktio? Die EU bereitet nun Gegenmaßnahmen vor, bleibt aber gesprächsbereit – ein erstes Maßnahmenpaket mit zusätzlichen Zöllen auf US-Produkte im Volumen von €26 Mrd. wird schon geschnürt
Warum das wichtig ist: Weil Trump mit seiner Zoll-Show (“Liberation Day”) die Befürchtungen vieler Ökonomen übertroffen hat – und diese Entscheidung mittelfristig auch seine eigenen Wähler Geld kosten wird
Denn: Keinem US-Amerikaner ist geholfen, wenn ihre Sneaker statt für $10 in Vietnam bald für $150 in den USA produziert werden, ihre Handys in Montana statt in China zusammengebaut werden oder sie nur noch selbst gemachten Käse aus den USA (désastre) essen können
Spannend bleibt: Ob die Zölle dann in dieser Form langfristig bestehen bleiben – oder nur als Verhandlungsmasse für „Dealmaker“ Trump dienen
By the way: Würde Gibraltar die Trump-Formel für Zölle anwenden, müsste es einen Zollsatz von 75.000 % gegen die USA erheben – nur fair, oder? 🤝
Further Reading: Manager-Magazin, Handelsblatt, Tagesschau, Spiegel
Crunch Take
Seit Jahresanfang herrscht an den Aktienmärkten eine neue Volatilität – vergangene Woche verstärkt durch Trumps Auto-Zölle. Wie geht ihr mit diesem „New Normal“ um?
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Market Mover: Immobilienmarkt zeigt Anzeichen der Erholung

Werden schon wieder teurer: Wohnungen in Deutschland (Foto: IMAGO)
Was ist passiert: Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VdP) sieht erste Anzeichen für eine Belebung des Immobilienmarktes – besonders bei Wohnimmobilien
Die Details: VdP-Mitgliedsinstitute vergaben 2024 Immobilienkredite im Volumen von €121,1 Mrd. – ein Plus von 8,5 % zum Vorjahr
VdP 101: Der Verband bündelt die Interessen der Pfandbriefbanken, gehört zu den führenden Akteuren der deutschen Kreditwirtschaft – und liefert wichtige Analysen zu Trends am Immobilienmarkt
Preisentwicklung: Die Immobilienpreise stiegen im Q4 2024 im Vergleich zum Vorjahr um +1,8 %, wobei Wohnimmobilien um +2,1 % zulegten
Und zwar: Zeigen Wohnimmobilienpreise seit mehreren Quartalen wieder einen Aufwärtstrend, Gewerbeimmobilienpreise hingegen stabilisieren sich
Kreditvergabe: Zusagen für Wohnimmobilienkredite stiegen um 14,9 % auf €74,9 Mrd. – während Gewerbeimmobilienkredite leicht um 0,4 % auf €46,2 Mrd. zurückgingen
Warum das wichtig ist: Weil die Erholung des Immobilienmarktes seit dem Post-Corona-Einbruch nur langsam vorangeht – obwohl Investitionen in neuen Wohnraum mehr als nötig sind
Zinsentwicklung im Fokus: Die langsame Erholung liegt auch an den Bauzinsen, die zusammen mit den Renditen deutscher Staatsanleihen zuletzt stiegen (think: Schuldenpaket) – der VdP rechnet jedoch nicht mit weiteren Anstiegen
Deshalb: Erwartet VdP-Präsident Gero Bergmann trotz möglicher Bremswirkung durch neue Staatsschulden eine weitere Belebung des Marktes
Konjunkturmotor: Ein Aufschwung des Immobilienmarktes könnte wichtige Impulse für die Bauwirtschaft und damit für die Gesamtkonjunktur liefern
Further Reading: VdP, Süddeutsche Zeitung
Top Reads
📜 Das EU-Parlament hat die Verschiebung des EU-Lieferkettengesetzes gebilligt. Die Regelungen für Firmen mit +1.000 Mitarbeitern sollen nun erst ab Juli 2028 gelten. Ziel: Weniger Bürokratie für Unternehmen. Auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung wird um zwei Jahre verschoben. Kritiker des Gesetzes fürchten schon lange Wettbewerbsnachteile. (Deep Dive)
💰 Die Bundesbank lagert 37 % ihrer 3.352 Tonnen Goldreserven in den USA. Angesichts der Trump-Politik fordern Politiker und Experten, das Gold zurückzuholen. Die Bank aber bleibt gelassen, betont Sicherheit und Handelbarkeit des Edelmetalls. Aber: 2017 holte sie bereits 674 Tonnen aus Paris und New York heim. (Deep Dive)
👟 Puma, der fränkische Sportartikelhersteller, tauscht seinen CEO aus. Arthur Höld, Ex-Adidas-Vorstand, löst Arne Freundt ab 1. Juli ab. Der Wechsel folgt auf sinkende Gewinne und einen Verfall des Aktienkursesl. Höld bringt Erfahrung in Vertrieb und Markenführung mit. Pumas größte Herausforderungen: schwache US-Verkäufe, IT-Investitionsstau und neue US-Zölle. (Deep Dive)
Optional Reads
Home 🥨
DAX: Nach Zollplänen auf Talfahrt (Deep Dive)
Bugatti Rimac: Bietergefecht um Luxusmarke, Rimac will Porsche-Anteil kaufen (Deep Dive)
Continental: Liefert Großaktionär Schaeffler märchenhafte Dividenden – trotz Umsatzrückgang (Deep Dive)
Volkswagen: Prüft unbefristete Verträge für 370 Mitarbeiter nach Panne (Deep Dive)
Vonovia: Aktie steigt +6 %, Zinshoffnung beflügelt Immobilienbranche (Deep Dive)
World 🌎
Wall Street: Im Sinkflug (Deep Dive)
US-Zölle: Verschärfen Stress für angeschlagene Weltwirtschaft (Deep Dive)
US-Arbeitsmarkt: Unternehmen schaffen 155.000 Jobs – mehr als erwartet (Deep Dive)
US-Regierung: Neue Zollformel sorgt für Kritik und Spott bei Experten (Deep Dive)
DeepSeek AI: Hype schwappt auf Hongkongs IPO-Markt über (Deep Dive)
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Job Board
🔥 Agicap: Agicap zählt mit €145 Mio. Funding zu den bestfinanzierten Scale-Ups Frankreichs – und expandiert jetzt weiter. Dafür sucht das französische Team ein:e VP Operations in Lyon, Berlin, Paris oder Mailand.
📌 Personio: Staff Product Manager, München
📌 Banxware: Chief of Staff, Berlin
📌 Lumaly: Founders Associate, Berlin
📌 Armira: Investment Associate Growth Equity, München
📌 Demecan: International Market Expansion Manager, Berlin
📌 BMW Foundation: Team Member Accelerator, München
📌 FUTRUE: Chief of Staff, Gräfelfing
📌 Etex: Chief of Staff, Düsseldorf
📌 GlassDollar: Startup Data & Insights Engineer, Berlin
What Do You Meme? (Liberation Day Aftermath)



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