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#66: Deutschlands Reformstau, Teslas Horror-Quartal

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📋, liebe Cruncher!

Dass wir diese Frage einmal stellen würden, hätten wir auch nicht gedacht, aber nun gut: Was haben Donald Trump und Robert Habeck gemeinsam? Klar, beide haben vor ihrer politischen Karriere Bücher in kindgerechter Sprache veröffentlicht.

Aber, noch viel mehr: Beide greifen auf das Kommunikations-Tool „bunter Pappkarton“ zurück, wenn sie der jeweiligen Nation wirtschaftliche Zusammenhänge erklären – Habeck immer bei seinen Konjunktur-Updates, Trump gestern bei seiner Zoll-Show (long story short: 20 % auf alle US-Importe aus der EU, nicht gut für die EU, aber auch nicht für US-Verbraucher).

Die Zölle haben wir übrigens schon in den vergangenen Tagen antizipiert, hier und hier.

Before The Bell

*Stand: Vortag, 22 Uhr – was diese Zahlen bedeuten 📊

Agenda 250403

  • 🏦: EZB veröffentlicht jüngstes Sitzungsprotokoll

  • 🛡️: NATO-Treffen in Brüssel

Top Story: Deutsche Wirtschaft – ohne Reformen droht langjähriger Abschwung

Reformen im Blick? Bald-Kanzler Friedrich Merz (Foto: IMAGO)

Was ist passiert: 100 Wirtschaftsverbände (darunter BDI, ZDH, DIHK und BDA) kritisieren in einem gemeinsamen Brandbrief die unzureichenden Zwischenergebnisse der Koalitionsverhandlungen – und fordern tiefgreifende Reformen  

  • Denn: Das Infrastruktur- und Verteidigungspaket allein löse keine Probleme – auch Konjunkturprognosen sehen erst ab 2026 wieder leichtes Wirtschaftswachstum

Die Details: Das Handelsblatt Research Institute (HRI) prognostiziert für 2025 einen wirtschaftlichen Rückgang von 0,1 %

  • Zudem: Seien die geplanten Schulden allein laut HRI nicht geeignet, um die deutsche Wirtschaft zurück auf den Wachstumspfad zu bringen

  • Optimistische Sicht: Ab 2026 könnten Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben das BIP pushen – der Bankenverband geht von 0,2 % Wachstum für 2025 und 1,4 % für 2026 aus 

  • Aber: Der stockende Außenhandel (think: Trumps erratische Zollpolitik) wird für die deutsche Wirtschaft langfristig ein Problem bleiben

  • Konkret: Fordern die Wirtschaftsverbände von Schwarz-Rot 1️⃣ Eine Senkung der Unternehmenssteuern von 30 % auf 25 % 2️⃣ Weniger Berichts- und Dokumentationspflichten 3️⃣ Niedrigere Energiepreise

Warum das wichtig ist: Das Konjunkturpaket kann Deutschland einen Wachstums-Boost verpassen – doch Wirtschaftsverbände haben zu Recht Angst, dass das viele Geld die künftige Koalition Reform-faul macht

  • Denn: Die wirklich großen Probleme wie zu hohe Energiepreise in Folge des deutschen Sonderwegs bei der Energiepolitik, den Rückgang der Erwerbsbevölkerung und schwache internationale Wettbewerbsfähigkeit werden die Ausgaben allein nicht lösen

  • Außerdem: Muss neben keynesianischer Konjunkturpolitik, (think: mehr Staatsausgaben für mehr BIP, vor allem bei Rüstung) vor allem auch langfristig investiert werden (think: Erneuerung Infrastruktur)

  • Sonst: Wird die deutsche Wirtschaft nicht nur das dritte Jahr in Folge schrumpfen (die längste Rezession seit WW2) – sondern wohl auch danach jahrelang mit einem Wachstum zwischen 0-1 % vor sich hin dümpeln 🐌

Further Reading: Handelsblatt, t-online

Crunch Take

Seit Jahresanfang herrscht an den Aktienmärkten eine neue Volatilität – vergangene Woche verstärkt durch Trumps Auto-Zölle. Wie geht ihr mit diesem „New Normal“ um?

📊

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Market Mover: Tesla mit schlechtestem Quartal seit 2022 – wegen Musks Trump-Nähe?

Gehen wohl bald getrennte Wege: Tesla-Chef Musk und US-Präsident Trump (Foto: IMAGO)

Was ist passiert: Tesla lieferte im Q1 2025 weltweit nur rund 340.000 Fahrzeuge aus – ein Rückgang von -12,9 % gegenüber dem Vorjahr und das schlechteste Quartal seit 2022

  • Lead Change: Der chinesische Konkurrent BYD überholte Tesla mit fast 420.000 verkauften E-Autos im selben Zeitraum

Die Details: In Westeuropa brach Teslas Absatz um 30 % ein, in China um 11,5 % 

  • Außerdem: Wird Tesla 2025 mit 15,3 % Marktanteil voraussichtlich hinter BYD mit 15,7 % zurückfallen – und damit den Spitzenplatz als Weltmarktführer räumen müssen

  • Musk-Faktor: 67 % der US-Amerikaner würden keinen Tesla kaufen – ein Drittel davon nennt Musks zahlreiche kontroverse Äußerungen als Grund

  • Tesla Terror: Derweil häufen sich Nachrichten über demolierte Fahrzeuge und Angriffe auf Tesla-Händler (in den USA, aber auch in Europa brennen bald täglich mehr Autos als am 1. Mai in Berlin

  • Zudem: Verzögerte sich die Überarbeitung des Bestsellers Model Y und bremste die Produktion – potenzielle Käufer warteten also ab

  • Brand Value: Teslas Markenwert sank laut Brand Finance in zwei Jahren um 35 % auf $43 Mrd. 

Warum das wichtig ist: Tesla war einmal der Liebling liberaler Klimaaktivisten, seit Musk Trump unterstützt, geht es abwärts mit dem Unternehmen – wie sehr der Kurs von seinem politischen Engagement abhängt, zeigte sich im Laufe des Tages

  • Quartalszahlen-Down: Nachdem die Quartalsergebnisse öffentlich wurden, sackte Teslas Kurs um 3 % ab

  • Nachdem: Dann das Gerücht aufkam, dass Musk die Trump Administration bald verlassen würde, stiegen die Tesla Aktien wieder um +4 %

  • Heißt: Teslas strategische Investitionen in Robotaxis und Roboter, um sich vom reinen Autohersteller zum Tech-Unternehmen zu wandeln (2027 soll das „Cybercab“ in die Produktion gehen 🤖), und das neue Model Y scheinen für den Aktienkurs weniger bedeutend zu sein als die 4-8h Arbeitszeit, die Musk nun pro Tag dazugewinnt

Further Reading: Financial Times, Handelsblatt

Top Reads

📉 Die deutsche Industrie baut Stellen ab. Ende 2024 arbeiteten in Betrieben mit +50 Beschäftigten 5,5 Mio. Menschen – und damit 68.000 (-1,2 %) weniger als 2023. Fast alle Branchen schrumpften: Elektroausrüstung (-3,6 %), Metallerzeugnisse (-2,9 %), Kunststoff und Auto (je -2,4 %). Lichtblicke: Maschinenreparatur (+2,7 %) und Nahrungsmittelbranche (+1,8 %). (Deep Dive)

💰 Die Deutsche-Bank-Tochter DWS zahlt €25 Mio. Bußgeld wegen Greenwashing. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft warf der Fondsgesellschaft vor, ESG-Produkte als „grüner“ vermarktet zu haben, als sie waren. DWS räumte ein „überschwängliches Marketing“ ein und verbesserte interne Prozesse. In den USA musste DWS bereits $25 Mio. wegen ähnlicher Vorwürfe zahlen. (Deep Dive)

🚗 Deutsche Autobauer steigerten ihre US-Verkäufe im Q1 deutlich. VW verkaufte 87.915 Autos (+7,1 %), BMW 87.615 (+3,7 %). Nur Audis Absatz sank um 3 %. Grund: Mögliche Vorziehkäufe vor drohenden US-Zöllen (25 %) auf EU-Importe. Die Zollerhöhung könnte europäische OEMs hart treffen – und wird den Autobauern im Q2 wahrscheinlich stark sinkende Verkaufszahlen bescheren. (Deep Dive)

Optional Reads

Home 🥨

  • DAX: Fällt vor Trumps Zollankündigungen (Deep Dive)

  • VDMA: Aufträge im Maschinen- und Anlagenbau steigen um 8 % (Deep Dive)

  • Umweltministerin Lemke: Nennt Unions-Vorschlag zu AKW-Comeback realitätsfern (Deep Dive)

  • Berlusconi-Holding: Bietet €5,74 pro Pro-Sieben-Aktie, unter aktuellem Börsenkurs (Deep Dive)

  • Autozulieferer Webasto: Baut 650 Stellen in Deutschland ab, um Sanierung voranzutreiben (Deep Dive)

World 🌎

  • US-Märkte: Vor Trumps Zollankündigungen überraschend stabil (Deep Dive)

  • Gold: Anleger strömen so schnell wie seit Covid nicht mehr in Gold-Fonds (Deep Dive)

  • China: Banken-Margen fallen auf Rekordtief, Wachstum schwächelt (Deep Dive)

  • Visa: Bietet Apple $100 Mio., um Mastercard im Kreditkartengeschäft zu ersetzen (Deep Dive)

  • Zahl der Milliardäre: Übersteigt weltweit 3.000 (Deep Dive)

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Job Board

🔥 Agicap: Agicap zählt mit €145 Mio. Funding zu den bestfinanzierten Scale-Ups Frankreichs – und expandiert jetzt weiter. Dafür sucht das französische Team ein:e VP Operations in Lyon, Berlin, Paris oder Mailand.

📌 Personio: Staff Product Manager, München

📌 Banxware: Chief of Staff, Berlin

📌 Lumaly: Founders Associate, Berlin

📌 Armira: Investment Associate Growth Equity, München

📌 Demecan: International Market Expansion Manager, Berlin

📌 BMW Foundation: Team Member Accelerator, München

📌 FUTRUE: Chief of Staff, Gräfelfling

📌 Etex: Chief of Staff, Düsseldorf

📌 GlassDollar: Startup Data & Insights Engineer, Berlin

What Do You Meme? (Liberation Day Special)

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